Speaker: Rafaela Hillerbrand

Jonas van Bebber - 08.05.2015

Aachen ist mit der RWTH, die über regionale Grenzen hinweg als exzellente Ingenieursausbildungs- und Ingenieursforschungsstätte bekannt ist, und der stark anwendungsbezogenen FH ein weit sichtbarer Standort für Spitzenforschung im angewandten technischen Bereich. Hier werden Schlüsseltechnologien erforscht und Innovationen auf den Weg gebracht. Ist zum Thema Ingenieurswissenschaften, zu Engineering, schon alles gesagt? Keineswegs! - Denn mit steigender Komplexität von Technik und zunehmender Vernetzung in der globalisierten Welt gewinnen neue Fragen zunehmend an Bedeutung. Unsere Sprecherin Rafaela Hillerbrand wird in ihrem Talk mit dem Titel "Engineering our common future. Why engineering is not enough." ein umfassenderes Bild vom technischen Fortschritt zeichnen.

Wie setzen wir Technik ein und welche Auswirkungen hat dies auf unsere Umwelt, auf unser gemeinschaftliches Zusammenleben und auf das individuelle Wohlbefinden? Zunehmend spielen auch ethische und soziale Fragen eine Rolle wenn es um den Einsatz von großtechnischen Systemen geht. Rafaela Hillerbrand ist Professorin für Technikethik und Wissenschaftsphilosophie am Karlsruher Institut für Technologie. Sie wird in ihrem Talk zeigen, wie ethische und soziale Überlegungen schon immer den Einsatz und die Gestaltung von Technik prägten. Ethische Richtlinien in der Technik sind keineswegs neu, sondern so alt wie der Gebrauch von Technik selbst. Heute geht es bei der Frage, wie wir unsere Welt gestalten wollen, darum, die Ziele selbst (Wie wollen wir leben?) und nicht allein die Mittel (Technik) explizit zu machen.

Interdisziplinarität gewinnt angesichts der drängenden Probleme des 21. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung - der Blick aus verschiedenen Richtungen und mit unterschiedlichem Hintergrund auf ein Thema ist nötig, um die Folgen von Techniken und Technologien besser abzuschätzen. Ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Ingenieurswissenschaften und Ethik ist etwa im Energiebereich erkennbar. Nach den tragischen Ereignissen bei den Reaktorkatastrophen in Fukushima setzte ein gesellschaftliches Umdenken ein. Rafaela beriet die Ethikkommission für sichere Energieversorgung, die infolge der Fukushima-Katastrophe gegründet wurde.

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